FORUM "REGELECKE"

Ball ohne "Schiri-Pfiff" aufgefangen - und jetzt?

 Frage:

 Diese Situation hat bestimmt der eine oder andere von Ihnen erlebt - vielleicht sogar schon selbst verursacht. Ein Spieler ist der Ansicht, dass sein Gegner einen offensichtlichen Fehler gemacht hat, und fängt den Ball auf. Für ihn ist das Ganze eine klare Sache, schließlich hat er den Fehler genau beobachtet. Aber ist es erlaubt, den Ball einfach aufzufangen? Wie wird der Schiedsrichter reagieren?

 

Auflösung:

Tatsächlich ist es so, dass ein Spieler nicht einfach einen Ball fangen darf, wenn er der Meinung ist, dass sein Gegner zuvor einen Fehler gemacht hat (der Ball z.B. das Trikot berührt hat). Dann ist laut Regelwerk auf Punkt für den Gegner zu entscheiden. Richtig ist also Antwort a) "Spieler B bekommt den Punkt, weil Spieler A den Ball nicht auffangen darf"!

In den Tischtennisregeln ist das festgelegt im Paragraphen A 10.1.6: "Sofern der Ballwechsel nicht wiederholt wird, erzielt der Spieler einen Punkt, wenn sein Gegner den Ball aufhält."

 


Der Trickser

Eine Situation, die unwahrscheinlich klingt. Es gibt sie, die Trickser, die nichts unversucht lassen, um den Gegner mit nicht immer ganz fairen Mitteln aus der Konzentration zu bringen. Genau um einen solch kleinen 'Trick', besser gesagt eine Art Aufschlagfinte, geht es heute.

Frage:

Spieler A täuscht den Ballwurf zum Aufschlag an, wirft den Ball aber erst beim zweiten Ball hoch. Wie ist zu entscheiden? 

Auflösung:

Zwei Favoriten haben sich in Ihren Kommentaren zur aktuellen Folge unserer Regelecke abgezeichnet und wir freuen uns, Licht ins Dunkel bringen zu können. Den richtigen Paragraphen hatten Sie tatsächlich schon zur Hand, nun schauen wir, wie er gehandhabt wird. Richtig ist nämlich nur eine Antwort: Lösung c) der Ballwechsel geht normal weiter.

 

Dieser Paragraph zählt hier:

 

TT-R § A 5.2: "Der Ball ist im Spiel vom letzten Moment an, in dem er – bevor er absichtlich zum Aufschlag hochgeworfen wird – auf dem Handteller der freien Hand ruht, bis der Ballwechsel als Let (Wiederholung) oder als Punkt entschieden wird."

Zu den aufgekommenen Argumenten und Überlegungen von Ihnen haben wir unsere Regelexperten befragt. Hier ist die Erklärung: "Der Startzeitpunkt des Aufschlages setzt sich aus dem Moment des ruhenden Balles im Handteller und dessen Verlassen zusammen. Wenn ich meine Hand/meinen Unterarm nach oben bewege und dadurch einen potentiellen Ballanwurf nur antäusche, hat der Aufschlag noch nicht begonnen. Natürlich darf der Ball dabei den Handteller nicht verlassen. Man kann sich schließlich auch zu einem Rückhandaufschlag hinstellen, sich dann noch umentscheiden und eine andere Aufschlagvariation ausführen.  

Sehr wohl darf man den Ball mit dem Daumen festhalten und in seine 'Aufschlagposition' gehen. Dann allerdings muss der Daumen weg, bevor ich den Ball hochwerfe. Wenn ich den Aufschlag mit einem potentiellen Hochwerfen antäusche und dabei – sicherheitshalber – mit dem Daumen den Ball festhalte, gibt es eine entsprechende Ermahnung durch den Schiedsrichter."

Quelle my Tischtennis.de